kultuRRevolution | populismus: rechts, links, mitte?
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Link Jürgen
Krisen-Symptom Populismus – Proben aufs Exempel

Ute Gerhard/Ernst Schulte-Holtey/Justus Ulbricht
Wir denken an Karin Bruns (1957-2016)

Cornelia Bruell
Populismus oder nicht. Ist das hier die Frage?

Yannis Stavrakakis
Syrizas Populismus in der Opposition und in der Regierung: Versuch, eine Essex School Perspektive zu überprüfen und weiterzuentwickeln.

Giorgos Katsambekis
The ambiguities of Syriza’s populism in power.

Aristotelis Agridopoulos
Die Furcht vor der emanzipatorischen Demokraktie. Anmerkungen zum allgegenwärtigen Anti-Populismus.

Wassilis Aswestopoulos
Kolakes, Laikistes – die griechischen Populisten … und die Rolle der EU.

Clemens Knobloch
Beobachtungen über den jüngsten Gebrauch des Wortes Populismus oder: Zum Westen was Neues?

Jürgen Link
Populismus zwischen Normalisierung und Denormalisierung.

Jürgen Link
Kollektivsymbolik marsch! MITTE PUR! Macron und er Wille zum Ruck eines flexiblen Radikalnormalismus.

Jens Hälterlein
Habermas und der Neoliberalismus. Zum Diskurs der Konsumkritik und seinen Effekten.

Jürgen Link
Vorbemerkung zum Essay von Henning Teschke.

Henning Teschke
Gott ist kein Brasilianer – über metaphysische Globalisierung.

Jürgen Link
Das Land der Griechen mit der Zinsesseele suchend: Costis Hadjimichalis stellt Fraport & Co. In den Kontext des neuen Landraubs.

Jürgen Link
Drückeberger-Weltmacht Deutschland. Karl Heinz Roth und Hartmut Rübner ziehen die Bilanz der deutschen Reparationsschulden gegen Griechenland und andere europäische Länder.

Mark Rutte
Doe normaal af ge weg! Ein diskursives Ereignis in Normalismus (Stadtart-Dokument).

Am Schwerpunkt des vorliegenden Heftes lässt sich wiederum (wie an allen 71 Heften davor) die Probe aufs Exempel machen. Seit die Megakrise von 2007ff. in eine politische »Populismuskrise« gemündet ist, besteht große Nachfrage nach hegemonialer »Populismustheorie« – und dementsprechend häufen sich die Angebote. So wie Schäubles Überschüsse ›sprudeln‹, so sprudeln auch die Populismustheoretiker, zu deren Konsekratoren und Multiplikatoren sich die DMSM (Deutschen Mainstream-Medien) bereitwillig machen. Es scheint so zu sein, als ob die hegemonialen Populismustheorien (jedenfalls hier in Deutschland) sich auf das Theorem vom »guten« und »schlechten« Populismus als wichtigstes Forschungsresultat einigen wollten. Dazu ein aktueller Beleg (WAZ 7.4.2017): In einem Interview sagt »der Dresdner Populismusforscher Hans Vorländer«: »Es gibt guten, schlechten und hässlichen Populismus. […] Populismus ist immer Symptom einer gesellschaftlichen Krise und kann dazu führen, dass sich Demokratie und demokratische Parteien erneuern. Das ist der gute Populismus, weil er Menschen in das politische System wieder hineinbringt, die sich nicht repräsentiert sehen. Er kann unter günstigsten Bedingungen also eine Frischzellenkur der Demokratie sein«. Vorländers Definition des »schlechten Populismus« ist so simulierbar, dass sich ein Zitat nicht lohnt. Beispiele für seinen »guten« Populismus verkneift Vorländer sich – Henrik Müller ist nicht so zimperlich: Er nennt Martin Schulz als Beispiel (Zitat am Schluss meines Artikels im Populismus-Schwerpunkt, J.L.).

Ein wahres Lehrstück in kultureller Hegemonie ist in diesem Kontext das Totschweigen der umfassendsten, seit fast einem halben Jahrhundert entwickelten und hoch differenzierten Populismustheorie auf diskurstheoretischer Basis von Ernesto Laclau und Chantal Mouffe. Vermutlich weil dort Namen wie Marx und Gramsci vorkommen (aber auch, weil viele Seiten gelesen werden müssten), gilt a priori anathema sit. Diese Theorie galt es also sowohl darzustellen wie kritisch weiterzuentwickeln (dazu die Beiträge von Aristotelis Agridopoulos, Wasslilis Aswestopoulos, Cornelia Bruell, Jorgis Katsambekis, Clemens Knobloch, Jürgen Link und Yannis Stavrakakis). Es ist kein Zufall, dass unter den Beiträgern zum Thema Populismus mehrere griechische Autoren sind, die direkt an Laclau anschließen: Die von den Platzbesetzungen 2011 ausgehende und dann im Frühjahr 2015 mit Syriza verbundene griechische Rebellion gegen das globalkapitalistische TINA (There Is No Alternative) und die deutsche Hegemonie in Europa wurde zurecht als „linkspopulistisch“ bezeichnet (und bekämpft). Die Kapitulation von Syriza und die mindestens zeitweilige Niederlage dieser Rebellion sind ebenso viele große Fragezeichen an die Theorie. Damit ist dieser Populismus-Schwerpunkt gleichzeitig Fortführung des zusätzlichen »Dauerbrenners« Krisenlabor Griechenland der vorhergehenden Hefte.

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